Carl Dahl

Carl Dahl
(Fåborg 1812 - 1865 Kopenhagen)

Das Segelschiff „Rhone“ aus Marseille in einem Dock im Marseiller Hafen, Marseille 1852

Öl auf Papier auf Leinwand, 25,5 x 35,5 cm
Das Schiff mit der Namensbezeichnung: Rhone Marseille.
Auf dem Keilrahmen mit folgender Bezeichnung: Carl Dahl. Studie fra Marseille. 1852.

Provenienz:
Privatsammlung, New York.

 

Carl Dahl studierte von 1835 bis 1842 an der Königlichen Akademie in Kopenhagen. Er wurde von dem Landschaftsmaler Jens Peter Møller unterrichtet und lernte die perspektivische Konstruktion von dem Architekten Gustav Friedrich Hetsch. Entscheidend für seinen künftigen Werdegang war aber die Begegnung mit Christoffer Wilhelm Eckersberg. Seit 1840 lernte Dahl bei ihm die Marinemalerei, die fortan einen Schwerpunkt in seinem Schaffen bildete. Durch dieses gemeinsame Interesse wurden Dahl und Eckersberg zu Freunden, die nicht nur zusammen im Studio malten, sondern öfters auch gemeinsam zum Hafen gingen, um dort Schiffe zu zeichnen. Die beiden halfen sich auch gegenseitig beim Vollenden ihrer Bilder. Als Anfang der 1850er Jahre Eckersbergs Sehvermögen nachließ, malte Dahl häufig die Masten, die Takelage und die Segel der Schiffe auf dessen Marinebildern. Von 1842 bis 1848 unterrichtete Carl Dahl selbst Perspektive an der Königlichen Akademie. Als Zeichenlehrer der Søkadetakademie (1840-1852) nahm er am Seekrieg von 1848-50 teil und hatte durch die Beobachtung von Seemanövern und Gefechten Gelegenheit seine perspektivischen und malerischen Fertigkeiten zu perfektionieren.

Als Marinemaler unternahm er mehrere größere Seereisen, so war er 1840 in Lissabon, 1852 und 1855 in Deutschland und Südfrankreich, 1861 in Norwegen und ein Jahr später in London und auf den Faröer Inseln.[1]

Das vorliegende Gemälde ist 1852 einer dieser Reisen bei einem Aufenthalt in der Hafenstadt Marseille entstanden. Auch hier handelt es sich um eine Ölskizze, die vermutlich vor der Natur entstand, aus Zeitmangel sind bei dem großen Schiff die Masten nur angedeutet. Das Blatt zeigt das Schiff und mehrere Boote in einem menschenleeren Hafen. Im Hintergrund erscheint die Silhouette der Stadt in südlichem Licht. Reizvoll und charakteristisch für Carl Dahls Gemälde ist ihre surreal anmutende Stille, die der heutige Betrachter mit den sechzig Jahre später entstandenen Werken der pittura metafisica assoziiert.


[1] Zur Biographie Dahls siehe: Ausst.-Kat., C. W. Eckersberg og hans elever, Statens Museum for Kunst, Copenhagen 1983, S. 93 f. – Kasper Monrad, in, Ausst.-Kat., The Golden Age of Danish Painting, Los Angeles County Museum of Art, Metropolitan Museum of Art, New York, 1994, S. 71.

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