Axel Fridell

Axel Fridell
(Falun 1894 - 1935 Stockholm)

Portrait des Künstlers Einar Forseth, Stockholm 1915

Öl auf Leinwand, 55,5 x 46,5 cm
Signed and dated lower left Axel Fridell / 1915

Provenienz:
Konst Idkames Lotteri, Stockholm, 1915;
Åmells Konsthandel, Stockholm;
Stockholms Auktionsverk, Stockholm, Auktion, 3. Juni 2010, Lot 1980;
Daniel Katz Gallery, London;
Private collection, New York.

Ausstellung:
Kunstnerforbundet, Oslo, Januar 1980, Kat. Nr. 87.

 

 

 

 

Geboren in Falun, studierte Fridell[1] Kunst an der Abendschule und später bei Anshelm Schultzberg. 1913 zog Fridell nach Stockholm, wo er in Carl Wilhelmsons Atelier arbeitete. Auf Anraten von Schultzberg schrieb er sich an der Königlich Schwedischen Kunstakademie ein, wo Axel Tallberg, sein Lehrer für Grafik, ihn ermunterte, sich mit verschiedenen grafischen Techniken auseinanderzusetzen.

Während seiner Studienzeit an der Akademie feierte er mit einigen seiner Kommilitonen dermaßen exzessiv mit Stockholms Boheme, dass seine Studien darunter litten. Der ausschweifende Lebensstil, führte 1916 gar zu dem Ausschluss einiger Studenten von der Akademie – es traf auch Fridell. Glücklicherweise protegierte Fridells Mentor und Lehrer Tallberg, von seinem Talent überzeugt, ihn auch weiterhin.

Viele Werke aus diesen Jahren spiegeln sein Bohème-Dasein und sein Gesellschaftsleben wider. Meist stellt er seine Freunde in Cafés und Bars dar, so auch seinen Kommilitonen Einar Forseth (1892-1988). Fridell und Forseth blieben auch nach der Studentenzeit in Kontakt, was gegenseitige Porträtzeichnungen aus den 1920er und 30er Jahren belegen. Forseths bekanntestes Werk ist der archaisierende, nach byzantinischen Vorbildern gestaltete Goldene Saal in Stockholms Stadshus (1923).[2]

Abb. 1 Axel Fridell, Einar Forseth, Öl auf Leinwand, 56 x 44 cm, zuletzt Sotheby’s 27. Mai 2020, Lot 117

Forseths markantes Gesicht ist in mehreren Drucken, Zeichnungen und zwei Gemälden Fridells überliefert. Etwa in dem skizzenhaften 1914 entstandenen Porträt (Öl auf Leinwand, 56 x 44 cm, zuletzt Sotheby’s 27. Mai 2020, Lot 117, Abb. 1). Das hier vorzustellende Portrait Forseths ist aus dem Folgejahr 1915. Es erinnert an das Genre des Künstlerporträts, das seit dem Impressionismus in Paris ähnliche Milieus darstellt. Statt im Atelier mit seinen Malutensilien, erscheint Forseth hinter einer Batterie von Gläsern und Schnapsflaschen, denen der melancholisch junge Mann mit erröteten Wangen und glasigen Augen auch schon gehörig zugesprochen hat.

Axel Fridell ist einer der bekanntesten graphischen Künstler Schwedens im 20. Jahrhundert. Als Maler und Aquarellist tritt er lediglich in seinem Frühwerk in Erscheinung. Seine Arbeiten, zu denen Porträts, Landschaften und Stadtansichten gehören, spiegeln oft die dunklen Aspekte des Daseins wider und können eine Stimmung der Angst ausdrücken. Er unterzeichnete im Mai 1929 einen Vertrag mit Bukowski, der der Firma gegen ein monatliches Stipendium von 750 Kronen, gültig bis zum 30. Juni 1931, das ausschließliche Recht zum Verkauf seiner Werke einräumte. Die letzten Reisen, die er unternahm, führten 1933 nach London, wo er viele von Whistlers Lieblingsorten aufsuchte und 1934 nach Paris. Axel Fridell starb am 26. Mai 1935 im Alter von 40 Jahren in Stockholm an den Folgen von Lungenkrebs.


[1] Zu Axel Fridell siehe Henning Repetzky, ‚Fridell, Axel’, in Allgemeines Künstlerlexikon, Berlin, Boston 2018.

[2] Zu Einar Forseth siehe Ångström Grandien, Inga Lena. "Forseth, Einar", in Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online, edited by Andreas Beyer, Bénédicte Savoy and Wolf Tegethoff. Berlin, New York 2021.

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