Axel Fridell

Axel Fridell
(Falun 1894 - 1935 Stockholm)

Portrait des Künstlers Natanael Cassén, Stockholm 1917

Öl auf Leinwand, 61,5 x 46,4 cm
Signiert, datiert und bezeichnet unten rechts A. Fridell Sthlm 1917

Provenienz:
Martin Nordgren, Stockholm, 1947[1];
Goteborgs Auktionsverk, Goteborg, Auktion 31.3.1977, Lot 563;
Privatsammlung, New York.

Ausstellungen:
Eric Detthow, Axel Fridell, David Tägtström, Sveriges Allmänna Konstförening, Stockholm, Februar 1918;
Namnlösa porträtt, Liljevalchs Konsthall 15.-30.01.1938, Kat. Nr. 23;

Literatur:
Karl Asplund, ‚Målaren Axel Fridell’, in Ord Och Bild, llustrerad Månadsskrift, Stockholm 1937, Nr. 12, S. 626;
Karl Asplund, Axel Fridell, Stockholm 1947, S. 85;
Karl Haskel, Axel Fridell. Bilder 2. Oljemålningar, teckningar, fotografier och brev, Werkverzeichnis, Stockholm 1989, S. 138, S. 139 mit ganzseitiger Abb.

 

 

Axel Fridell ist einer der bekanntesten graphischen Künstler Schwedens im 20. Jahrhundert. Als Maler und Aquarellist tritt er lediglich in seinem Frühwerk in Erscheinung.

Geboren in Falun, studierte Fridell[2] Kunst an der Abendschule und später bei Anshelm Schultzberg. 1913 zog Fridell nach Stockholm, wo er in Carl Wilhelmsons Atelier arbeitete. Auf Anraten von Schultzberg schrieb er sich an der Königlich Schwedischen Kunstakademie ein, wo Axel Tallberg, sein Lehrer für Grafik, ihn ermunterte, sich mit verschiedenen grafischen Techniken auseinanderzusetzen. 1914 reiste er zum ersten Mal nach Kopenhagen und studierte dort auch Werke des goldenen Zeitalters, besonders Christoffer Wilhelm Eckersberg und Christen Købke.

1917 wurde ein äußerst produktives Jahr für Fridell, nicht zuletzt durch eine Reihe von Porträtbestellungen. Erste Erfolge stellen sich ein. In seinen Porträts gelingt es ihm, die emotionale Verfassung des Porträtierten mit sensiblem Blick festzuhalten. Viele der Porträts zeigen Freunde und Bekannte aus Stockholms künstlerischem Milieu. So stellt unsere Arbeit seinen finnischen Künstlerfreund, den Bildhauer Natanael Cassén dar.

Abb. 1 Fridell in seinem Atelier 1917

Ein hagerer junger Mann blickt den Betrachter mit seinen großen, grauen Augen direkt an. Zwei goldene Ringe blitzen an seinen Fingern auf; das restliche Bild ist in gedeckten Farben gehalten. Der Dargestellte sitzt in einen Korbstuhl, ein Gemälde lehnt an der Wand - man befindet sich in Fridells Atelier. Ein Atelierfoto von 1917 zeigt Fridell in eben jenem Korbstuhl (Abb. 1), auf der Staffelei steht Cassèns Porträt. Auch wenn das Porträt auf der Fotografie Unterschiede zu dem jetzigen Zustand aufweist, ist es laut Karl Haskel[3] doch identisch. Dies stützt auch der technische Befund am Original. Diverse Pentimenti, also während des kreativen Prozesses gemachte Veränderungen, sind noch gut sichtbar, beispielsweise am Hut, der Hand- und Armstellung, Höhe der Armlehne etc. Vielleicht war auch die Ausstellung im Folgejahr 1918 für den Künstler ein Anlass das Werk noch einmal zu überarbeiten.

Abb. 2 Axel Fridell, Der Künstler Natanael Cassén I, Radierung, 18,9 x 28,5 cm, Moderna Museet, Stockholm[4]

Wenig ist über den Bildhauer Cassèn, der in denselben Stockholmer Künstlerkreisen wie Fridell verkehrte, bekannt. Es existieren zwei Radierungen Fridells, Cassén darstellend, aus dem Jahr 1917. Eine Radierung Der Künstler Natanael Cassén I (Abb. 2) befand sich in der Sammlung von Gustaf VI Adolf von Schweden (1882-1973), der ein begeisterter Grafiksammler war und das Blatt 1972 dem Moderna Museet in Stockholm schenkte. Cassén war unter dem Pseudonym, Helge Cohn, auch als Kritiker und Verfasser kunstreletierter Themen tätig.

1921 reiste Fridell nach Florenz, San Gimignano und Venedig. Nach seiner Rückkehr ließ sich Fridell wieder in Falun nieder. 1923 reiste er jedoch ins Ausland und ließ sich in Paris nieder, wo er bis 1925 blieb. Der erste von mehreren Besuchen in London fand 1926/27 statt. Seine Arbeiten, zu denen Porträts, Landschaften und Stadtansichten gehören, spiegeln oft die dunklen Aspekte des Daseins wider und können eine Stimmung der Angst ausdrücken. Er unterzeichnete im Mai 1929 einen Vertrag mit Bukowski, der der Firma gegen ein monatliches Stipendium von 750 Kronen, gültig bis zum 30. Juni 1931, das ausschließliche Recht zum Verkauf seiner Werke einräumte. Die letzten Reisen, die er unternahm, führten 1933 nach London, wo er viele Lieblingsorten von Whistler aufsuchte und 1934 nach Paris. Axel Fridell starb am 26. Mai 1935 im Alter von 40 Jahren in Stockholm an den Folgen von Lungenkrebs.


[1] Siehe Karl Asplund, Axel Fridell, Stockholm 1947, S. 85.

[2] Zu Axel Fridell siehe Henning Repetzky, ‚Fridell, Axel’, in Allgemeines Künstlerlexikon, Berlin, Boston 2018.

[3] Vgl. Karl Haskel, Axel Fridell. Bilder 2. Oljemålningar, teckningar, fotografier och brev, Werkverzeichnis, Stockholm 1989, S. 135

[4] http://sis.modernamuseet.se/view/objects/asitem/search$0040/0?t:state:flow=14bd9f8e-bf07-4c81-b9ea-0fb00e079648 (29.04.2022).

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